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Sommer 2010

Reperforming Life 

Bei "Reperforming Life" handelt es sich um die längste und kontaktintensivste Arbeit des Jahres 2010. Zehn Theaterbesucher finden zunächst nichts als einen Zuschauerraum vor, in dem zehn PerformerInnen sie um 11:00 morgens mit einem Frühstück erwarten. Relativ schnell jedoch wird klar, worum es geht, denn das Angebot ist eindeutig. Jedem von ihnen wird die Möglichkeit offeriert, mit seinem Gesprächspartner für einen Tag das Leben zu tauschen. Dazu gehört auch: Handy, Schlüssel, Karten - der gesamte Tagesablauf wird, so die Chance, heute von einem der Performer erlebt, dafür aber, so die Gefahr, muss man dasselbe mit dem Tagesablauf des Performers tun. Dazu gehören in vollster Konsequenz nicht nur Wäschewaschen und Mittag kochen, sondern auch zur Arbeit gehen, auf Hochzeiten als Gast erscheinen, Termine wahrnehmen und das Seelengespräch mit dem (fremden) Mitbewohner führen (um nur ein paar der tatsächlich erlebten Dinge aufzuzählen). Ausgestattet sind alle zwanzig Personen mit Einwegkameras, die am Abend wieder, genauso wie das fremde Leben, zurückgetauscht werden.

"Reperforming Life" versteht sich als eine Art Dauer-Interventionsperformance unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit. Die Welt des Fremden wird zur Grenzerfahrung, denn nicht jedes Leben lässt sich von jedem leben, auch wenn es alltäglich ist. 

Uraufführung: 6. Mai 2010 (Weißes Haus, Centraltheater Leipzig)
weitere Aufführungen: 7. Mai 2010 (ebenda)