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Frühjahr 2014

Broadcasting Eriwan

Termine: 10, 12 + 13.04 Schwankhalle, Bremen sowie 15., 16. + 17.05, LOFFT Leipzig)

„Broadcasting Eriwan“ feiert(e) das legendenumwobene Radio Eriwan, seine Geschichte, seine Erscheinungsformen, als Metapher eigentümlicher Kritik und als revolutionären Kommunikationsapparat. Von den Bremer Straßenbahnunruhen in den 1968er Jahren, den Radiopiraten der 80er bis zu den Protesten in Eriwan gegen die Wahlen 2008 und die Fahrpreiserhöhungen 2013, irgendwie hatte Radio Eriwan hier seine Finger im Spiel, bot Werkzeug zur Kritik und Subversion. Aber was ist/war Radio Eriwan? Ein Witz? Ein Radiosender? Ein durch elektromagnetische Wellen übertragener Effekt? Eine politische Verschwörung?

Um diesen Fragen nachzugehen, versammelte das IMO sein Publikum jeden Abend vor dem Radio und an einer Tafel, die reichlich mit Bier, Vodka, Brause sowie Fleisch- und Gemüsespießen gedeckt war. Jeden Abend wurde aufs Neue erprobt, ob und wie eine Jubiläumssendung und ihre Festgemeinschaft Radio Eriwan auferstehen lassen wird - live und ungeschnitten. Jeden Abend sollte das Zwiespältige in etwas Großartiges verwandelt werden, in eine politische Trinkzelle.

Anfrage an Radio Eriwan: Was ist der Unterschied zwischen Radio Eriwan und den sowjetischen Gewerkschaften?

Radio Eriwan existiert zwar nicht, aber dafür spürt man seine Tätigkeit

 

INTERMEDIA ORKESTRA (Lukas Bugiel, Juliane Hahn, Alexandra Hennig, Mareike Theile) in Zusammenarbeit mit Karin Grigoryan, Knarik Khudoyan, Taguhi Torosyan TON Peter Rachel SZENOGRAFIE Silvia Maradea KAMERA Simon Denecke VIDEO Lukas Zerbst MUSIK Moritz Sembritzki und "Das große alte Problem" MIT Jörg Streese, Raffi Kantian, Marietta Armena, Robert Bücking, Jochen Mangelsen u.v.m.

Eine Produktion von Intermedia Orkestra in Koproduktion mit der Schwankhalle Bremen und in Kooperation mit LOFFT - Das Theater. Gefördert durch Fonds Darstellende Künste e.V., Senat Bremen und Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Das Projekt „Broadcasting Eriwan“ wurde im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Internationalen Theaterinstituts gefördert.                     

 

Theater der Zeit 07/14, Alexander Schnackenburg:

„In Broadcasting Eriwan erinnert das ‚Intermedia Orkestra’ an die subversive Kraft des Radios -(…) Bleibt der Eindruck, etwas Außergewöhnliches gesehen und gehört zu haben: ein Theaterstück, das sich nicht so recht fassen lässt, kein Schauspiel im tradierten Sinn. Das Wort 'Performance' indes erscheint zu klein im Zusammenhang mit 'Broadcasting Eriwan‘."

Taz 12.04.2014, Jens Fischer

„Im Prinzip hat Bremen ja eine erstaunlich große armenische Gemeinde - aber erst das Leipziger Performance-Kollektiv Intermedia Orkestra hat ihr in der Schwankhalle mit "Broadcasting Eriwan" eine Bühne verschafft“

Radio Bremen 11.04.2014, Guido Schullenberg

„Frage vom Nordwestradio an unseren Reporter Guido Schulenberg: Haben Sie gestern Abend in der Schwankhalle in Bremen die Premiere des Theaterstücks "Broadcasting Eriwan gesehen?" Im Prinzip ja – aber eine ungewöhnliche. Es fängt schon damit an, dass die Zuschauer nicht in Reih und Glied hintereinandersitzen sitzen, sondern sich um einen riesigen ovalen Tisch sammeln. (...) Ist das Stück cool? - Im Prinzip ja….."

LVZ 18.05.2015, Torben Ibs

„Der Abend rollt ab als Dokumentartheater, das sich ja gerade wieder äußerter Beliebtheit erfreut.(…) Während außen Bilder und Texte projiziert werden, moderieren und kommentieren im Inneren des Studios tapfer die vier Recken, wie in einem Newsroom (…) Wodka! Dann gibt es Torte, der Abend taumelt seinem Ende entgegen. Beantwortet er innerhalb der guten 90 Minuten, die er dauert, was Radio Eriwan ist oder war und ob es diesen Sender je gegeben hat? Die Antwort ist einfach: im Prinzip ja.